Mittwoch, 2. April 2008

Resuemee Afrika

Ghana war ein tolles Erlebniss und die Projektarbeit eine riessen grosse Erfahrung. Die 6 Wochen hatten sowohl viele positive Seiten, als auch einige negativen. Einerseits bin ich froh wieder in einer zivilisierter Umgebung zu sein, andererseits war schon auch Wehmut dabei die Gastfamilie und die Kinder in der Schule schon zu verlassen. Ich hatte mich an alles schon so gewoehnt, dass ich mich in den letzten Wochen richtig wohl fuehlt. Wenn ich ueber die Ferienzeiten frueher bescheid gewusst haette, waere ich auch noch eine Woche laenger bis zu den Fruhlingsferien geblieben. Ist eben nicht so einfach in Afrika weiter als einen Tag vorauszuplanen.

Um einen Aufenthalt in Afrika geniessen zu koennen, muss man sich von der hecktischen, ungeduldigen und schnellen Lebensweise verabschieden und sich den afrikanischen "Take it slow and easy style" aneignen. Es ist voellig normal einige Stunden bei 40 Grad in einem Bus zu warten bis dieser voll ist und wieder weiterfaehrt. Oder 2 Stunden auf sein Essen zu warten.
In den ersten Wochen fiel es mir schwer mich auf diese Lebensweise umzustellen. Ich war voller Motivation und Energie und hoffte dass meine Hilfe benoetigt wird. Doch genau hier treffen 2 voellig verschiedene Welten aufeinander, die sich nicht vereinen lassen. Man muss zuerst einmal von seinem Motivationstrip herunterkommen und seine Energie zuegeln. Nur so fuehlt man sich wohl und kann sich in das dortige Leben integrieren. Diese Integration ist absolut notwendig, damit die Hilfeleistung angenommen wird. Ich traf sehr viele Voluntaere die die selbe Erfahrung gemacht haben und die sich am Anfang auch sehr schwer taten mal einen Gang zurueck zu schalten. Es ist oefters passiert, dass ich voller Plaene fuer den heutigen Unterricht und einem Rucksack voller vorbereiteten Uebungen in die Schule kam, zuerst eine Stunde wartete weil die Kinder beteten oder sangen und anschliessend von einem Lehrer erfuhr dass heute kein Unterricht statt findet, weil die Kinder das Schulgelaende reinigen mussten. Am Anfang empfindet man das etwas als Schikane und man fragt sich warum teilt einem das niemand einen Tag frueher mit. Doch dann merkt man dass das alles voellig normal hier ist und auch nicht boese gemeint von den Lehrern. Sie selbst sitzten mindestens die Haelfte der Schulzeit nur dumm herum, hoeren Musik und tun nichts. Das Wort Lageweile existiert in Ghana glaube ich nicht.

Ich bin froh jetzt nicht mehr so im Mittelpunkt zu stehen und nicht von allen Seiten angestarrt und angesprochen zu werden. Man gewoehnt sich zwar sehr schnell daran und es faellt einem mit der Zeit nicht mehr so auf, dass man heraussticht, es ist auf Dauer jedoch sehr sehr anstrengend. Auch staendig als "Mr. Rich" angesehen zu werden geht mit der Zeit auf die Nerven.

Von der Lebensweise der Ghaner koennten wir uns in Europa in Bezug auf Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und sich Zeit nehmen sicher einiges abschauen. Sie rennen nicht so hecktisch, gestresst und mit Scheuklappen durch die Strassen, sondern nehmen sich Zeit alle paar Meter stehen zu bleiben um mit einem Bekannten oder Nachbarn ein Schwaetzchen zu halten. Wenn man nach dem Weg fragt, nehmen sie sich nicht nur Zeit diesen dir genau zu beschreiben, sondern gehen oft mit um einem an sein Ziel zu begleiten. Zeit spielt in Afrika einfach eine Andere Rolle als in der westlichen Welt.

Der Aufenthalt in Ghana war super spannend, voller Erlebnisse und eine tolle Erfahrung. Ich kann mir zwar nicht vorstellen fuer laengere Zeit durchgehend in Afrika zu bleiben, doch ein Wiederkommen nach Ghana mit einem sinnvollen Projekt fuer ein paar Wochen schliesse ich nicht aus.

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